Donnerstag, 13. Oktober 2011

@ Work, London, Hyde Park, Docklands


Meine erste Arbeitswoche hier in London ist jetzt schon vorbei. Endlich hab ich auch mal wieder Zeit etwas zu schreiben.
In diesem Eintrag schreib ich außerdem etwas über meine ersten Eindrücke von London, die Gegend in der ich wohne, natürlich meine Wohnung und meine Arbeit.
Als ich in London angekommen bin, war natürlich erstmal wieder alles neu. Da ich aber vor 2 Jahren schon mal für 3 Wochen hier war, habe ich mich recht schnell wieder eingelebt.

@ Work

Also ging es für mich montags los, mein erster Arbeitstag stand an. Um 10:30 sollte ich mich am European College of Business and Management melden. Das ECBM wurde 1988 von der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer gegründet. Hier kann man seinen Bachelor und Master in Business Management Studiengängen machen. Außerdem kann man so genannte PDP-Kurse (Professional Development Programmes) besuchen. Diesen gehen meiste 2 – 3 Wochen. So einen habe ich damals auch besucht. Wer mehr über das College wissen möchte, www.eurocollege.org.uk ist die Homepage.
Um kurz nach 10 Uhr war ich dann am College. Dort wurde ich sofort freundlich in Empfang genommen und bekam anhand einer Einführungsmappe alles erklärt, was es hier so gibt und was zu tun ist. Mir wurde gesagt, dass ich in der Marketing-Abteilung arbeiten darf, das hat mich dann ziemlich gefreut. Ich hatte in meiner Bewerbung angegeben, dass ich auch in der Verwaltung oder Teaching Preperation arbeiten würde, aber Marketing war mir dann doch am liebsten.
Nachdem ich alle Infos zu meiner Arbeit bekommen hatte, stand für mich gleich mal die erste „Reception Rota“ auf dem Programm. Die Praktikanten am College teilen sich alltägliche Arbeiten, wie die Post wegbringen („Mail Rota“), die Klassenzimmer kontrollieren („Classroom Rota“) oder nachmittags an der Rezeption zu sitzen („Reception Rota“). Ich wurde also dann gleich ins kalte Wasser geschmissen, musste Anrufe entgegennehmen, verbinden usw. Hat aber doch alles gut geklappt. Danach kam ich dann ins Büro. Hier sitzen in einem runden, großen Raum 10 – 12 Personen, meine Kollegen. Ich hatte vorher schon eine Führung bekommen und wurde den neuen Kollegen vorgestellt. Da bis zum Feierabend um 17:30 Uhr noch etwas Zeit war, bekam ich von meiner Line Managerin ein bisschen Info-Material über die Studiengänge. Danach war dann mein erster Arbeitstag schon zu Ende, bin echt froh dass ich hier gelandet bin, die Kollegen sind alle super nett, eine tolle Arbeitsatmosphäre und die zukünftigen Arbeiten scheinen auch spannend zu werden. Gleich zu Beginn wurde mir gesagt, dass an dem College kein Deutsch gesprochen wird. Die meisten Kollegen sind Deutsche, aber gesprochen wird ohne Ausnahme Englisch. War am Anfang ein bisschen komisch, ich hab mich dann aber doch recht schnell daran gewöhnt.
In den darauf folgenden Tagen war dann schon etwas mehr Arbeit auf meinem Schreibtisch. Das Erstellen von PowerPoint-Präsentationen gehörte dazu, das Erfassen von neuen Studenten in der Datenbank, Einordnen der Studentenakten, Kopieren, Erstellen von Ordnern mit Mediendaten sowie das Verfassen von Bestätigungsschreiben für die Studenten. Hat wirklich alles sehr viel Spaß gemacht!
Freitags war dann noch ein Event an der AHK (Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer). Die „Chamber“ stellte sich mit allen Bereichen vor und da meine Kollegen aus der Marketing Abteilung alle eingeladen waren, durfte ich auch mit. Die Chamber liegt direkt neben dem Buckingham Palace, auch ein netter Arbeitsplatz. Dort angekommen, stellte sich jede Abteilung genau vor. Kurios auch hier, dass die ganzen Vorträge auf Englisch gehalten wurden, obwohl kein einziger Engländer im Raum war. Also ein Meeting von Deutschen auf Englisch. Hier hat Integration absolut funktioniert ;)
Nach dem Vortrag, der ein bisschen länger als eine Stunde ging, hieß es „let’s go for a Pint!“ Also ab ins Pub. Pünktlich um 17 Uhr betraten wir dann ein Pub. Das Pub platzte schon aus allen Nähten, in England gehen viele direkt nach der Arbeit noch mit Kollegen einen trinken. Finde ich eine schöne Tradition, könnte man in Deutschland auch einführen haha.
Das Pub, in dem wir waren, hieß „Colonies“. Wie die meisten englischen Kneipen war auch das Colonies ziemlich rustikal eingerichtet. Die Zapfhähne an der Bar funktionierten wie Pumpen, der Barkeeper musste den Hebel also immer wieder nach unten drücken um Bier zu bekommen. Komisches Ding, vielleicht sieht darum das Bier hier auch aus wie Apfelschorle. Wie zu erwarten, hatte ich auch hier wieder nur einen Millimeter Schaum auf dem Bier. Die Engländer trinken „Pints“, das ist ein bisschen mehr als ein halber Liter. Ein Pint kostet hier allerdings £3,80 , also ca. 4 €. Viel feiern gehen ist also nicht drin hier. Nach 2 Pints zogen wir weiter. Das nächste Pub war das „Taylor Walker“. Hier wird schon seit 1730 Bier ausgeschenkt, also auch wieder ein traditionelles Pub. Leider gab es hier keinen Fernseher, also bekam ich von dem Länderspiel, das an diesem Abend war, nichts mit. Hätte mich aber schon interessiert, wie die Engländer hier Fußball schauen und ihre Nationalhymne singen. Um 22:30 Uhr verabschiedeten wir uns dann vom Londoner Nachtleben, wir mussten ja noch nach Hause kommen. Hat allerdings auch gereicht, wir waren ja schon seit 17 Uhr unterwegs.
So viel erst mal zu meiner ersten Woche in der Arbeitswelt von London.

Hyde Park

Sonntags war wieder super Wetter, ich muss sagen, die ersten beiden Wochen in England hatte ich echt Glück mit dem Wetter. Habe noch keinen einzigen Tropfen abbekommen, und kalt ist es auch nicht. Für mich hieß es sonntags dann, ab in den Hyde Park. Der Hyde Park ist die grüne Lunge Londons. Eine riesige Parkanlage, die durch einen See getrennt wird, einfach super um spazieren zu gehen, irgendwo zu sitzen oder Sport zu machen. Hier hat man ruhigere Ecken mit Bänken, auf denen man sich ausruhen und nachdenken kann, aber auch breite Wege zum skaten oder Rad fahren. Es gibt sogar extra Sand-Wege für Reiter. Man kann sich hier auch Fahrräder ausleihen, scheint sehr beliebt zu sein. Leider kommt jetzt ja die kalte Jahreszeit, also muss ich aufs Rad fahren leider verzichten, bin aber ja eh nicht so der Biker haha.
An diesem Tag waren hier sehr viele Skater unterwegs. Sie hatten einen Parcours aus kleinen Bechern aufgebaut und fuhren hier Slalom mit einigen Tricks. War echt klasse die Vorstellung. Die heimlichen Stars im Hyde Park sind aber ohne Zweifel die Eichhörnchen, die dort leben. Sie sind so zahm und frech, dass sie Touristen Nüsse und Körner aus der Hand klauen. Heute waren sie damit beschäftigt, ihre Nüsse zu vergraben. Ich hab mir dann nur gedacht, die findet ihr eh nie wieder, esst sie lieber gleich, aber naja, müssen die wissen. Ich hab mich dann auf einen Bank gesetzt, das Wetter und London genossen und den Eichhörnchen beim buddeln zu geschaut.

Abends waren wir wieder was trinken, uns verschlug es wieder ins „Dickens Inn“ am St. Katherines Dock. Die Heimfahrt traten wir dieses Mal allerdings mit einem Bus an. Diese Busfahrt war ein echtes Abenteuer, mir kam es vor, als seien riesige Krater in den Straßen. Nach einer holprigen Busfahrt sind wir aber doch wieder gut zu Hause angekommen.

London, Underground, Turnpike Lane

Jetzt habe ich auch endlich mal Zeit, etwas über meine bisherigen Eindrücke von London zu schreiben. In meinen Augen ist London eine ziemlich aufgeregte und hektische Stadt. Das Schritttempo ist einfach viel schneller als in Deutschland, jeder scheint es irgendwie eilig zu haben. Hier ist auch immer etwas los, die Straßen so gut wie immer voll. Ampeln werden gekonnt ignoriert, das gleiche machen die Autos dann aber auch mit Fußgängern, also Vorsicht!!! In der U-Bahn ist immer ein Gedrücke und Geschiebe, die Leute stehen sich auf den Füßen.
Das Londoner U-Bahn-Netzwerk ist das beliebteste Transportmittel in London. Außerdem kann man hier noch mit Bussen oder Taxen (Cabs) fahren, oder, auch sehr beliebt, man nimmt das Fahrrad. Täglich benutzen ca. 3 Millionen Menschen die Underground oder „Tube“ (Röhre), wie sie auch heißt. Ganz London ist mit der Tube zu erreichen, es gibt 11 Linien mit 260 Stationen, insgesamt 402 km U-Bahn-Strecke. Die Züge fahren alle 2 Minuten, also muss man eigentlich nicht warten. Allerdings sind die meisten Züge morgens und abends immer so voll, dass man gar nicht hinein kommt. Dann muss man halt warten, und hoffen, dass im nächsten Zug eine kleine Lücke ist. Die Underground erreicht man über Rolltreppen. Aber hier stellt man sich auch nicht einfach nur drauf, wäre ja zu einfach. Auf der rechten Seite der Rolltreppe steht man, auf der linken ist Platz für die Leute, die es besonders eilig haben. Die rennen dann die Rolltreppe hoch. Um rein und raus zu kommen, muss man einfach sein Ticket auf einen Sensor halten, dann öffnet sich der Durchgang.
Die Station, an der ich wohne, heißt Turnpike Lane. Das liegt im Norden von London auf der Piccadilly Line. Die Gegend hier ist echt super, ich fühle mich richtig wohl. Direkt an der Station ist so etwas wie eine Mini-Oxford Street, mit Supermärkten (Tesco, Sainsbury’s, Lidl) und anderen Läden, wie einem Topshop oder Primark. Also auch hier kann man shoppen gehen. Ich wohne in einer typisch englischen Straße, alle Häuser sehen gleich aus und stehen in einer Reihe. Der Klassiker. Die Wohnung ist echt groß, ich wohne hier mit 2 anderen zusammen. Natürlich hat jeder sein eigenes Zimmer, 2 Aufenthaltsräume, davon einer mit TV und DVD-Player, eine kleine Einbauküche, Bad mit Badewanne und natürlich das WC. Wir wohnen hier auf 2 Stockwerken, mein Zimmer ist oben. Es ist zwar nicht besonders riesig, aber man kann es sich hier schon gemütlich machen. Alles in allem muss ich echt sagen, Glück gehabt bei der Wohnungssuche!

Docklands-Tour

In meiner zweiten Arbeitswoche durfte ich mit einigen PDP-Studenten an einer speziellen London-Führung teilnehmen. Es ging in die Docklands, Canary Wharf und nach Greenwich.
Los ging es aber am St. Katherines Dock. Schön das auch mal bei Tageslicht zu sehen, ist genau so toll wie abends. Gehört jetzt schon zu meinen absoluten Lieblingsplätzen in London. Wir liefen an der Themse entlang und hielten immer wieder an den verschiedenen Docks an. Mit der DLR (Docklands Light Railway) ging es dann weiter nach Canary Wharf. Diese Linie wurde extra hierfür gebaut, um die ganzen Banker und andere Leute hierher zu befördern. Dieses Gebiet ist in den letzten Jahren ziemlich gewachsen und hat einen richtigen Boom erlebt. Canary Wharf ist ein Bürogebäudekomplex etwas außerhalb von London. Hier stehen allerdings die drei höchsten Gebäude von London, sogar das größte von Großbritannien. Auch beheimatet waren hier die Pleitegeier von der Lehmann Brothers Bank, ihr Gebäude ist aber komplett leer, nur vereinzelt brannte Licht in einigen Zimmern. Hier ist ebenfalls der Hauptsitz der Barclay’s Bank und einigen anderen großen Unternehmen.
Durch einen Fußgängertunnel ging es dann unter (!!!) der Themse durch bis nach Greenwich. Eine wunderschöne Gegend, mit dem Greenwich Park absolut sehenswert. Im Greenwich Park, einem der königlichen Parks von London, befindet sich auf einem Hügel das Royal Greenwich Observatory. Von hier aus hat man nicht nur eine perfekt Aussicht auf London, sondern hier liegt auch der Nullmeridian, also sozusagen der Anfang der Längengrade.
Nach dieser wirklich interessanten Tour haben wir dann noch in einer Nudel-Bar gegessen, hier war ich vor 2 Jahren auch schon nach dieser Tour. Scheint ein Geheimtipp von den College-Lehrern zu sein.

Sonntag, 2. Oktober 2011

London @ Night & Camden

Das erste Wochenende in London stand an. Den Samstagmittag verbrachte ich mit Fußball. Merseyside-Derby, Everton gegen Liverpool. Hatte im Internet nen super Stream gefunden, also Spiel geschaut und gefreut, dass Liverpool das Derby für sich entscheiden konnte. Danach war dann die Bundesliga dran.
Abends war ich dann mit meinen Mitbewohnerinnen verabredet. Sie hatten mir einen Zettel hingelegt, den ich leider zu spät gefunden habe. Also ganz schnell fertig gemacht, raus aus dem Haus und Richtung Tower Hill gefahren. Am Wochenende wird im Underground leider immer gebaut, so kommt es, dass oft einige Strecken nicht befahren werden. Habe ich auch zu spät gerafft, also für eine Strecke, die man locker in 40 Minuten schafft die doppelte Zeit gebraucht. Die Mädls haben schon gar nicht mehr mit mir gerechnet, aber schließlich war ich dann doch noch da. Die ganze Fahrt hatte ich mich schon auf mein erstes Bier auf englischem Boden gefreut.
Die Mädls saßen in einem Pub am St. Katherines Dock. Das St. Katherines Dock liegt direkt neben der Tower Bridge, und wie der Name schon sagt, war es ein Teil des früheren Londoner Hafens. Heute liegen dort Jachten inmitten eines großen Wohnkomplexes. Die Docklands, wie die Gegend auch heißt, sind ebenfalls ein beliebter Büro- und Geschäftsstandort. Bars und Pubs sind am Pier gelegen und es bietet sich an, dort zu sitzen und auf die Jachten zu schauen.
Voller Vorfreude öffnete ich also die Getränkekarte um mir mein Bier auszusuchen. Was mir auffiel: die Karte war komplett auf französisch. Blöd. Okay, der Name des Pubs war „Café Rouge“. Hätte man ahnen können. Naja, mal geschaut was sich nach gutem Bier anhört. Ich hatte echt keine Ahnung was ich bestellte, aber ein Wheat Beer (englische Beschreibung) hörte sich doch gar nicht so schlecht an. Wars dann am Ende leider doch. Mein Bier wurde in einer Flasche mit Glas serviert. Im Glas befand sich eine Orangen-Scheibe. Der Kellner nahm die Flasche, schenkte einen kleinen Schluck in das Glas ein, stellte die Flasche neben das Glas und ging wieder. Meine Frage, was mit dem Rest ist, verkniff ich mir dann. Vielleicht schmeckt es ja doch. Das Bier war dann eine Mischung aus Weizenbier und Orangen-Irgendwas-Getränk. Hat nicht geschmeckt!!!
Vergessen wir das erste Bier auf englischem Boden!!! Wir haben dann bezahlt und sind weiter gegangen. Im „Dickens Inn“, einem alten Brauhaus aus dem 18. Jahrhundert hatte ich erneut Hoffnung auf ein Bier. Bestellt wurde an der Bar. Sieht schon mal gut aus. Biersorte gewählt: Heineken. Heute keine Experimente mehr. Ich bekam dann auch mein Pint, so heißt hier der halbe Liter Bier, leider aber auf die englische Art. Ohne Schaum. Sah ein bisschen nach dickem Apfel-Schorle aus. Geschmeckt hat es trotzdem, mein zweites englisches Bier also ein Erfolg. Um 21:45 Uhr wurde der Biergarten dann geschlossen. Wir mussten also ins Pub rein. Im Innern sah es auch ziemlich gemütlich aus, hier hätte man durchaus was starten können. Leider war Wochenende, die Tubes fahren nicht sehr gut, und um 0 Uhr macht hier eh alles dicht. Also beschlossen wir um ca. 22:30 Uhr uns auf den Heimweg zu machen. Eine Zeit in der man daheim erst aus dem Haus geht, wir gingen schon wieder. Von der Stimmung her waren wir auch grad an dem Punkt angelangt, an dem es anfing lustig zu werden. Beim nächsten Mal gehen wir einfach früher los, dann machts auch nichts, wenn wir früh heim müssen. Die Engländer sitzen ab 17 Uhr im Pub und trinken ihr Bier, die waren dann um 22 Uhr auch voll wie 10 Russen. Sind einige ordentlich geschwankt.
Auf dem Heimweg mussten wir dann an den Jachten vorbei, die ich vorhin schon erwähnt habe. Auf einer fand eine Party statt, sah alles ziemlich pompös aus, da hätte ich gern mal noch vorbei geschaut. Die Heimfahrt war dann wieder ziemlich nervig, 4 mal umsteigen, hat alles gedauert, aber gut angekommen sind wir dann doch.

Camden

Mein Plan für den Sonntag stand auch schon fest, mein Ziel war Camden Town. Dort gibt es den berühmten Camden Market. Hier gibt es alles zu kaufen, was man sich nur vorstellen kann. Essen aus allen Ländern der Welt, Kleider, Schmuck, Schuhe, man kann sich Tattoos stechen lassen, sich piercen lassen oder Dekoartikel kaufen. Es sieht alles ein bisschen aus wie auf einem Markt mitten in Bangladesh. Ich war zwar noch nie auf einem solchen Markt, aber so stell ich es mir vor. Die Stände direkt nebeneinander, von jedem kommt eine andere Musik, die Verkäufer scheinen alle ziemlich einen Knall zu haben, zumindest sehen sie so aus. Im positiven Sinne natürlich.
Die Essenstände sehen auch ziemlich abenteuerlich aus. Asiaten, Inder, Araber, Italiener – ein Stand neben dem anderen. Die Leute hinter den Theken winken den Passanten zu, rufen sie her um ihnen ihr Essen anzudrehen. Überall bekommt man Gabeln unter die Nase gehalten, man solle doch mal probieren. Gar nicht so einfach, hier etwas zu essen zu finden. Eine Asiatin hatte es geschafft, Augenkontakt mit mir herzustellen. Wie sie mir zuzwinkerte, schien es nicht so als wolle sie Hähnchen süß-sauer verkaufen. Ich hab die Arme dann aber doch abblitzen lassen. Katharina, meine Mitbewohnerin und ich entschieden uns dann für was Indisches. Pizza kann man überall essen, sind ja nicht zum Spaß hier. Nur was essen wir? An dem Stand hat man überhaupt keine Ruhe, die Verkäufer gehen einem so auf den Sack, da will man eigentlich gar nichts mehr kaufen. Naja, Entscheidung gefällt, eine große Portion Chicken Curry sollte es sein. War auch so ziemlich das einzige, das ich aussprechen konnte. Sah nicht unbedingt gut aus, serviert wurde in einer Alu-Schale, dafür hat es aber ganz gut geschmeckt. Weiter gings dann durch Camden, vorbei an Ständen mit Brautkleider, direkt daneben hätte man sich komplett für die nächste Gothic-Raver-Party einkleiden können. Von Perücken, Springerstiefeln, Handys, Accessoires für das Handy, Schmuck bis zu Piercing- und Tattoo Studios gab es hier echt alles. Mitten in der Menschenmenge stand ein kleines Zelt, in dem ein DJ auflegte. Einfach nur brutal, ein anderes Wort fällt mir da echt nicht ein. Muss man gesehen haben.
Die Leute, die durch Camden spazieren (mal abgesehen von den ganzen Touris) sehen alle ziemlich verrückt aus. Punks, Skater, Gothics, Raver und undefinierbare Gestalten laufen hier über die Straßen. Das ist mir aber in London allgemein schon aufgefallen: egal wie scheiße man aussieht, an der nächsten Ecke steht einer, der sieht noch dümmer aus. Nicht übertrieben, manche greifen wohl morgens einfach 3 mal in ihren Schrank und ziehen dann das an, was sie rausgeholt haben. Auch gut, muss man sich schon keine Gedanken über den eigenen Style machen, und komisch angeguckt wird man hier eh nicht.

Im nächsten Post kommen dann hoffentlich ein paar Zeilen über London allgemein und meine bisherigen Erfahrungen. Was Fotos angeht, ist das hier im Blog ziemlich stressig, wer welche sehen möchte, in den nächsten Tagen lad ich einfach mal welche auf meinem Facebook-Profil hoch.

Freitag, 30. September 2011

Shopping und Sightseeing


So, erste Nacht in der neuen Heimat überstanden. Müdigkeitsbedingt hab ich ziemlich gut geschlafen, mal schauen wie die nächsten Nächte so werden.
Wenn ich aus meinem Zimmerfenster schaue, sehe ich unseren Garten. Also schöner Ausblick ins Grüne. Einen Baum haben wir da auch stehen, und da wohnen wohl 2 Eichhörnchen. Sehr süß die beiden, die haben mich ne ganze Weile unterhalten. Als ich dann mit dem Beobachten von Chip und Chap fertig war, entschloss ich mich, in die Stadt aufzubrechen. Noch ein paar Einkäufe erledigen und schon mal an meiner neuen Arbeitsstelle vorbei schauen.
Ziel in der Stadt war dann Oxford Circus. Treppen rauf, da ist sie, die Oxford Street. Riesige Shoppingstraße, perfekt. Ich hab dann mal einige Läden angeschaut, ein Laden hat es mir besonders angetan. 80 % discount klingt ganz gut. Also rein da, alles angeguckt und mit neuen Schuhen für 8 Pfund (!!!!) wieder raus. Erster Erfolg. Weiter gings dann die Straße runter, und auf der anderen Seite wieder rauf. Schon am Anfang habe ich den Topshop gesehen, mich aber noch nicht rein getraut. Vor 2 Jahren hab ich mich da drin ganz böse verlaufen, mein Gruppe verloren und nichts (!!!) zu anziehen gefunden. Ich war mir nicht sicher, ob ich es heute schon wagen sollte. Naja, Augen zu und durch. Über die Rolltreppen gings dann hoch in die Männerabteilung, paar Shirts anprobiert und auch was gefunden. 2 T-Shirts für 12 Pfund sind akzeptabel. Mit meinen neuen Shirts im Gepäck wollte ich mich dann auf den Heimweg machen, aber wie komme ich hier wieder raus? Verdammt!!! Alle Rolltreppen fahren nur nach oben, keine nach unten. Da stand ich also, ziemlich hilflos. Nach ca. 10 Minuten planlosem herumirren im Laden hab ich dann im letzten Eck eine kleine Treppe gefunden, juhu!!!
Mit der Tube gings dann wieder nach Hause. Der Abend stand dann ganz im Zeichen des Fußballs, sollte mein geliebter S04 gegen Maccabi Haifa in der Europa League antreten. Schnell im Internet einen passenden Stream gesucht, auch was gefunden, danke Laola.tv und dann den Sieg des Kumpel- und Malocherclubs geschaut. Danach kam auch noch Hannover dran, ebenfalls erfolgreich. So endete mein 2. Tag mit 2 Siegen der deutschen Teams.

Den 3. Tag schreibe ich auch gleich hier rein.
Den heutigen Tag habe ich mir ganz für Sightseeing aufgehoben. Gegen Mittag machte ich mich auf den Weg und fuhr mit der Piccadilly Line in die Stadt. Ausstieg dann Piccadilly Circus, sieht man oft im TV, die großen Werbe-Bildschirme an einem Haus. Da ich alles zu Fuß machen wollte, musste ich mich erstmal orientieren. Ein Schild mit der Aufschrift „Hyde Park Corner à“ zeigte mir dann ungefähr wo ich war. Also auf geht’s Richtung Hyde Park. Dort angekommen sah ich dann links das London Eye, das Riesenrad, und Big Ben, auf der rechten Seite lag der Hyde Park. Jetzt musste ich mich entscheiden, links oder rechts. Ich entschied mich für Big Ben und Co., Hyde Park kommt wann anders dran.
So startete meine Tour vorbei an einigen königlichen Wachen, die irgendwo herumstanden. Bei aller Liebe, den Job wollte ich nicht machen, und wirklich aufpassen und bewachen können die ja auch nicht mit ihren Schwertern. Naja, alle Touristen waren begeistert von den Wachen und knipsten was das Zeug hält, die eine Wache war mit der Gesamtsituation wohl nicht so zufrieden.
Am Ende der Straße kam ich dann an Big Ben und dem House of Parliament vorbei, Westminster Abbey kurz angeschaut, da hat Willi seine Käthe geheiratet, aber 8 Pfund um da rein zu gehen erschienen mir dann doch so ca. 8 Pfund zu viel.
Die Themse überquerte ich dann über eine Brücke und auf der anderen Seite wanderte ich dann los. Vorbei an London Eye, an dem sich Massen von Menschen anstellten um einen Blick über London werfen zu können. An der Uferpromenade traf ich dann auf sehr viele Schausteller, Tänzer und Musiker. Sehr amüsant, waren doch einige ziemlich verrückte Leute dabei, Michael Jackson, Mickey Mouse oder Schlümpfe waren da noch harmlos.
Weiter ging meine Tour dann vorbei am Tate Modern, dem weltweit größten Museum für moderne Kunst. Eigentlich heißt es Tate Gallery of Modern Art. Das Museum befindet sich in einem umgebauten Kraftwerk und ist seit 1916 für Kunstliebhaber geöffnet. Die meisten Ausstellungen sind auch noch kostenlos, da werde ich bestimmt mal vorbei schauen. Direkt am Tate Modern geht eine Brücke über die Themse, die Millenium Bridge. Man kann schon erahnen, die Brücke wurde im Jahr 2000 eröffnet und ist der erste Brückenneubau im Herzen von London seit 1894 gewesen. Die Brücke sieht ziemlich modern aus, passt also auch optisch zum Museum. In einem Harry Potter Film wird die Brücke von Todessern platt gemacht, zum Glück steht sie aber noch. Wenn man die Brücke überquert, blickt man genau auf St. Pauls Cathedral. Ich finde, das ähnelt ein bisschen der Engelsbrücke in Rom, wenn man diese überquert läuft man auch direkt auf die Engelsburg zu. Ist auf jeden Fall ein schönes Bild über die Brücke zu laufen. Ich bin aber nur bis zur Hälfte gegangen, auf der anderen Seite war nicht so viel. Also wieder zurück und weiter am Ufer entlang. Da kam dann das Shakespeare Globe Theatre. In diesem im Jahre 1599 erbauten Theater wurden zahlreiche Stücke von William Shakespeare aufgeführt. Bei dem heutigen Theater handelt es sich allerdings um eine Rekonstruktion des ursprünglichen Schauspielhauses. Das rechte Themseufer war früher und ist heute immer noch das Unterhaltungszentrum von London.
Von dort aus konnte man schon die London Bridge sehen. Neben dieser berühmten Brücke befindet sich das älteste Fish&Chips-Restaurant in London. Seit 1873 wird in „The Mudlark“ das typisch-britische Essen serviert. Ich bin erstmal nur vorbei gelaufen, irgendwann werde ich aber doch noch zuschlagen. Die nächste Brücke nach der London Bridge war dann die wohl berühmteste Brücke Londons, die Tower Bridge. Doch erstmal musste ich an der HMS Belfast, einem alten britischen Kriegsschiff aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, vorbei. Das Schiff war der größte Leichte Kreuzer der Royal Navy und dient heute als Museum. Über die Tower Bridge überquerte ich dann wieder die Themse. Wo die Tower Bridge ist, ist logischerweise dann auch der Tower of London, da bin ich allerdings nur vorbei gelaufen, den schau ich mir wann anders an.
Ziemlich kaputt von dem wirklich langen Fußmarsch machte ich mich dann wieder auf den Heimweg. Meine neuen Schuhe wurden gleich mal gut eingelaufen, allerdings waren sie wohl nicht so begeistert davon, was die Blasen an meinen Füßen deutlich machten.

Mittwoch, 28. September 2011

"Die fahrn ja auf der falschen Seite" & Erlebnisbericht Fußball, Arsenal vs Piräus


Heute, Tag der Abreise, war ein ereignisreicher Tag:

Abschied von daheim
Flug
Ankunft in London
Wohnungsbesichtigung
Neue Heimat einrichten
Arsenal vs Piräus gucken

Um 6:45 Uhr starteten wir mit dem Auto nach Karlsruhe, von wo aus mein Flug nach London Stanstead gehen sollte. Eingecheckt hatte ich schon, Gepäck wurde schnell aufgegeben und noch Übergepäck bezahlt, was ein Witz. Am Flughafen traf ich zwei ManCity Fans, die das Auswärtsspiel ihrer Blauen in München geguckt hatten. Bisschen über Fußball philosophiert, auf die Frage welchen Verein ich unterstütze, kam natürlich die Antwort Schalke. Als der eine, der sich später als Rob vorstellte, den Namen des glorreichen S04 hörte, bekam er große Augen und sagte locker: „Manuel Neuer is a motherf******!!!“ Sympathischer Typ, wir haben uns noch lange unterhalten und er hat mich eingeladen, sollte ich mal oben sein, ein Spiel des Kommerzclubs aus Manchester zu schauen. Der Flug an sich war ziemlich cool, ich hatte aber schon ein bisschen schwitzige Hände. Wetter war überragend, unser spanischer Pilot Carlos nuschelte irgendwas in sein Mikro, wir landeten. Als ich aus dem Flieger ausstieg, musste ich mich noch mal schnell vergewissern, dass Carlos nicht spontan nach Hause geflogen ist und wir jetzt auf Malle waren. Dem war nicht so, trotzdem, 26°C für London im September ist ein Wort.
Mein Gepäck kam dann recht schnell und ich machte mich auf die Reise. Zuerst das Zugticket nach London gelöst, Stanstead liegt außerhalb und man fährt ca. 40 Minuten in die City. Beim Zugticket der erste Schock: der Spaß sollte 21 Pfund kosten. Die Frage, ob ich dann mit dem Privat-Helicopter der Queen fliegen würde erübrigte sich, wir sind ja in London, da muss so was teuer sein.
Ich stieg dann in Tottenham Hale um, der 41er Bus war mein nächstes Reisemittel. Mit nem typisch roten Doppeldecker ging es dann noch mal 15 Minuten weiter. Gleich am Anfang war dann mal Panik angesagt. Was macht denn die Nase von Busfahrer da, wie fährt der denn, is der bescheuert? Ach ne, die fahren ja auf der falschen Seite. Ausstieg, Turnpike Lane. Hier sollte ich dann also wohnen. Ich wusste auch die Straße. Nur WO ist diese Straße???
Naja, mal gefühlte 100 Passanten angesprochen, niemand kannte die Langham Road. Endlich jemand gefunden, der sich auskennt. Also, auf geht’s in die Langham Road. Hausnummer 81. Am Anfang der Straße dann der nächste Schock. Die Hausnummer auf dem Haus vor dem ich stand: 357. Na toll, also weit laufen, und das mit 35 Kilo Gepäck bei fast 30 °C.
Das Haus habe ich dann nach gefühlten 3 Stunden Fußmarsch endlich erreicht, mein T-Shirt war klatschnass, aber ich war da. Ab dann hieß es warten. Eine halbe Stunde später kam dann Bridgett, ihrem Bruder gehört das Haus. Bei einem Kaffe unterhielten wir uns ein bisschen, sie zeigte mir mein Zimmer und ich bezog es auch gleich.
Ausgeräumt, eingeräumt, eingezogen. Ich bin angekommen, zumindest mit meinem Gepäck.
Gegen Nachmittag machte ich mich dann auf den Weg in die Stadt, ich brauchte schließlich was zu essen und zu trinken. Ein riesiger Hot Dog für 2 Pfund war dann mein Mittagessen, der Rest wurde im Poundland gekauft. Super Laden, alles kostet nur 1 Pfund. Schnell was fürs Frühstück morgen gekauft, ab wieder nach Hause. Unterwegs habe ich dann noch die Straßen belächelt, vor jedem Übergang steht auf dem Boden „Watch right“, für so dumme Touristen, die noch nicht wissen dass man in England auf der anderen Seite fährt. Haha, wie blöd. An der ersten Straße bin ich dann mal gleich fast überfahren worden, sorry Touristen ;)
An der Tube-Station erstand ich dann noch meine Monatskarte für die Tube. Der Spaß hat mich mal locker 120 Pfund gekostet, also 137 Euro. Für das Geld fahr ich in Deutschland 5 Monate durch die Gegend, oder mit dem ICE nach Hamburg und wieder heim. Die spinnen!!!!
Ein Blick auf die Tube-Karte zeigte mir dann, 3 Stationen weiter ist Arsenal. Also das Arsenal von Arsenal London. Super, los geht’s. 10 Minuten später stieg ich dann in Arsenal aus. Das Stadion liegt direkt um die Ecke, leider nicht mehr das legendäre Highbury, sondern ein Betonklotz der sich „Emirates Stadium“ schimpft. Einen genauen Bericht über den Fußball-Ausflug gibt’s ein bisschen weiter unten.
Der Tag war ziemlich stressig und ich war echt froh, als ich im Bett lag. Fotos von meinem Zimmer und so kommen dann etwas später, da bin ich jetzt noch nicht dazu gekommen.
Ganz viele Grüße in die Heimat, ich hoff, ihr bekommt über diesen Blog ein bisschen was mit von meinem Leben hier in London, ich werde mich bemühen, so oft es geht was zu schreiben.


FC Arsenal London vs Olympiakos Piräus, CL-Gruppenphase

Schon bei der Ankunft am frühen Nachmittag waren etliche Stände auf den Straßen aufgebaut. London putzt sich raus, die Gunners spielen. Auf dem Weg zum Stadion gab es schon ein bisschen Streetart zu bewundern, natürlich nicht von Arsenal sondern von anderen, ausländischen Clubs und ihren jeweiligen Szenen. Viele Aufkleber von Paris und ihren Kölnern Freunden waren zu finden, aber auch osteuropäische Ultra-Sticker, sowie Aufkleber gegen die Kommerzialisierung des englischen Fußballs. Zu spät würd ich sagen. Auch einiges von Piräus war schon geklebt worden, die Jungs aus Griechenland sind wohl schon unterwegs. Am Stadion war noch nichts los, einige vereinzelte Fans mit Trikots schlichen schon um das Stadion und knipsten was das Zeug hält. Also auch nur Touris. Am Ticketschalter angekommen, dann der nächste Schock. Was eine Karte kostet, ist ja eine bodenlose Frechheit. Kurz geschluckt, innerlich den dummen Scheich von Arsenal aufs Übelste beleidigt und ihm alle möglichen Durchfall-Arten gewünscht, bezahlt, und aufs Spiel gefreut.
Football is for you and me – NOT for fucking industry!!!!!
19:45 Uhr war kick-off, also machte ich mich um 18 Uhr auf zum Stadion. Auf der Hinfahrt schon einzelne Fans gesehen, aber viel los war noch nicht. Am Stadion angekommen sah es dann schon etwas anders aus. Viele Leute waren schon unterwegs, allerdings fast ausschließlich Griechen. Vor dem Eingang zum Gästeblock hatten sich einige Hundert Leute eingefunden, die sich schon mal aufs Spiel einstimmten. Einige Ultras von Gate 7 waren auch darunter, die meisten standen aber etwas abseits, kein Plan warum.
Um das Stadion herum fielen mir Zitate von Spielern und FANS an der Stadionwand auf. Fans von Arsenal konnten das Recht erwerben, ihr erstes Arsenal Spiel zu beschreiben. Diese Geschichte steht dann mit Namen am Stadion. Verrückt.
Um 18:45 Uhr, also nur 1 Stunde vor Spielbeginn öffnete das Stadion seine Tore. Körperkontrollen fanden gar keine statt, ich konnte einfach durchgehen. Mensch, hätte ich mir nur mein Pausenbrot eingepackt. Meine Karte war im obersten von drei Rängen, also hieß es erstmal Treppen steigen, bin ja heute noch nix gelaufen. Der erste Schritt ins Stadioninnere war Wahnsinn. Ein riesiges Stadion, steile Ränge, in Deutschland würde man das Ding „Hexenkessel“ nennen.
Dann hieß es noch weitere Treppen hoch, bis ich endlich an meinem Sitzplatz angekommen war.
Im Unterrang hatten sich die Jungs von Olympiakos eingefunden, ich konnte die eine Hälfte des Blocks die ganze Zeit gut sehen. Die Zaunbeflaggung sah jetzt schon hervorragend aus, dafür dass nicht einmal die Hälfte des Blocks gefüllt war. Wie sich das für England gehört, war zu diesem Zeitpunkt weit und breit kein Engländer zu sehen. Die Jungs aus Griechenland juckte das Recht wenig, sie verbrachten die Zeit mit einsingen und den sich warm machenden Schiri anzupöbeln.
Dann kam eine Braut und ihr Bräutigam in den Block, wohlgemerkt in Hochzeitsmontur, der Bräutigam wurde von den Ultras umarmt und beglückwünscht. Wieder Verrückt. Als die Braut dann noch einen Schal mit der Aufschrift Ultras Gate 7 in der Hand hielt, war dieses verrückte Bild perfekt.
Als die Spieler zum warm-up raus kamen, wurde erstmals deutlich, wie viele Griechen im Stadion waren. Laute Schlachtrufe hallten durch das Rund, genial!!! Das Pfeifkonzert für die Arsenal Spieler war übrigens auch sehr ohrenbetäubend.
10 Minuten vor Spielbeginn war immer noch 3/4 des Stadions leer. Und dann, wie aus dem nichts, pünktlich zum Anpfiff, alle Plätze belegt. Wo die Leute auf einmal alle her kamen, weis ich nicht, auf jeden Fall hat es ziemlich genervt, immer wieder aufstehen zu müssen, als das Spiel schon lief. Sollen sie 10 Minuten früher aus dem Haus gehen. Kunden!!!
Erstmals so richtig laut wurden die Arsenal Fans beim Tor, danach wurden die Gästefans mit lauten „Who are you?“-Rufen bedacht. War auch mächtig laut. Ansonsten wurde es zwischendurch immer mal wieder lauter bei Arsenal, aber immer nur Schlachtrufe, keine Lieder. Der Piräus Block explodierte noch mal beim 2:1 Anschlusstreffer. Die Griechen haben bei mir einen super Eindruck hinterlassen, klasse Leistung auf den Rängen und auf dem Feld mit jeder Menge Pech.
Zum Spiel: Arsenal früh mit 2:0 Führung, der Anschlusstreffer von Piräus änderte nichts mehr. Arsenal mit viel Glück, als ein Distanzschuss nur die Latte traf und ein Gästespieler den Ball aus 2 Metern nicht über die Linie drücken konnte.
Bei Arsenal kam ein gewisser Per Mertesacker, oder wie der Engländer sagt „Pierre Mörtisäcker“, zum Einsatz und spielte durch, Marko Pantelic, Ex-Hertha, wurde bei Piräus nur eingewechselt, scheint aber so was wie der Publikumsliebling zu sein.
Spiel zu Ende, Arsenal gewinnt 2:1, war ein super Fußballspiel und ein mega Stadion.

Freitag, 26. August 2011

Blog ist online

Hey Leute,

in einem Monat geht mein Abenteuer England los und damit jeder meiner Freunde ein bisschen daran teilhaben kann, hab ich mir gedacht einfach regelmäßig einen Blog zu schreiben :)
Heute hab ich mich mal bei einigen Familien in London gemeldet, muss ja noch ein Zimmer suchen :D

Vertrag beim European College of Business and Management ist schon seit 2 Monaten unterschrieben und wieder in London.

Ich hoff einfach mal, dass der ein oder andere einfach ab und an mal hier reinschaut :)