Donnerstag, 13. Oktober 2011

@ Work, London, Hyde Park, Docklands


Meine erste Arbeitswoche hier in London ist jetzt schon vorbei. Endlich hab ich auch mal wieder Zeit etwas zu schreiben.
In diesem Eintrag schreib ich außerdem etwas über meine ersten Eindrücke von London, die Gegend in der ich wohne, natürlich meine Wohnung und meine Arbeit.
Als ich in London angekommen bin, war natürlich erstmal wieder alles neu. Da ich aber vor 2 Jahren schon mal für 3 Wochen hier war, habe ich mich recht schnell wieder eingelebt.

@ Work

Also ging es für mich montags los, mein erster Arbeitstag stand an. Um 10:30 sollte ich mich am European College of Business and Management melden. Das ECBM wurde 1988 von der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer gegründet. Hier kann man seinen Bachelor und Master in Business Management Studiengängen machen. Außerdem kann man so genannte PDP-Kurse (Professional Development Programmes) besuchen. Diesen gehen meiste 2 – 3 Wochen. So einen habe ich damals auch besucht. Wer mehr über das College wissen möchte, www.eurocollege.org.uk ist die Homepage.
Um kurz nach 10 Uhr war ich dann am College. Dort wurde ich sofort freundlich in Empfang genommen und bekam anhand einer Einführungsmappe alles erklärt, was es hier so gibt und was zu tun ist. Mir wurde gesagt, dass ich in der Marketing-Abteilung arbeiten darf, das hat mich dann ziemlich gefreut. Ich hatte in meiner Bewerbung angegeben, dass ich auch in der Verwaltung oder Teaching Preperation arbeiten würde, aber Marketing war mir dann doch am liebsten.
Nachdem ich alle Infos zu meiner Arbeit bekommen hatte, stand für mich gleich mal die erste „Reception Rota“ auf dem Programm. Die Praktikanten am College teilen sich alltägliche Arbeiten, wie die Post wegbringen („Mail Rota“), die Klassenzimmer kontrollieren („Classroom Rota“) oder nachmittags an der Rezeption zu sitzen („Reception Rota“). Ich wurde also dann gleich ins kalte Wasser geschmissen, musste Anrufe entgegennehmen, verbinden usw. Hat aber doch alles gut geklappt. Danach kam ich dann ins Büro. Hier sitzen in einem runden, großen Raum 10 – 12 Personen, meine Kollegen. Ich hatte vorher schon eine Führung bekommen und wurde den neuen Kollegen vorgestellt. Da bis zum Feierabend um 17:30 Uhr noch etwas Zeit war, bekam ich von meiner Line Managerin ein bisschen Info-Material über die Studiengänge. Danach war dann mein erster Arbeitstag schon zu Ende, bin echt froh dass ich hier gelandet bin, die Kollegen sind alle super nett, eine tolle Arbeitsatmosphäre und die zukünftigen Arbeiten scheinen auch spannend zu werden. Gleich zu Beginn wurde mir gesagt, dass an dem College kein Deutsch gesprochen wird. Die meisten Kollegen sind Deutsche, aber gesprochen wird ohne Ausnahme Englisch. War am Anfang ein bisschen komisch, ich hab mich dann aber doch recht schnell daran gewöhnt.
In den darauf folgenden Tagen war dann schon etwas mehr Arbeit auf meinem Schreibtisch. Das Erstellen von PowerPoint-Präsentationen gehörte dazu, das Erfassen von neuen Studenten in der Datenbank, Einordnen der Studentenakten, Kopieren, Erstellen von Ordnern mit Mediendaten sowie das Verfassen von Bestätigungsschreiben für die Studenten. Hat wirklich alles sehr viel Spaß gemacht!
Freitags war dann noch ein Event an der AHK (Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer). Die „Chamber“ stellte sich mit allen Bereichen vor und da meine Kollegen aus der Marketing Abteilung alle eingeladen waren, durfte ich auch mit. Die Chamber liegt direkt neben dem Buckingham Palace, auch ein netter Arbeitsplatz. Dort angekommen, stellte sich jede Abteilung genau vor. Kurios auch hier, dass die ganzen Vorträge auf Englisch gehalten wurden, obwohl kein einziger Engländer im Raum war. Also ein Meeting von Deutschen auf Englisch. Hier hat Integration absolut funktioniert ;)
Nach dem Vortrag, der ein bisschen länger als eine Stunde ging, hieß es „let’s go for a Pint!“ Also ab ins Pub. Pünktlich um 17 Uhr betraten wir dann ein Pub. Das Pub platzte schon aus allen Nähten, in England gehen viele direkt nach der Arbeit noch mit Kollegen einen trinken. Finde ich eine schöne Tradition, könnte man in Deutschland auch einführen haha.
Das Pub, in dem wir waren, hieß „Colonies“. Wie die meisten englischen Kneipen war auch das Colonies ziemlich rustikal eingerichtet. Die Zapfhähne an der Bar funktionierten wie Pumpen, der Barkeeper musste den Hebel also immer wieder nach unten drücken um Bier zu bekommen. Komisches Ding, vielleicht sieht darum das Bier hier auch aus wie Apfelschorle. Wie zu erwarten, hatte ich auch hier wieder nur einen Millimeter Schaum auf dem Bier. Die Engländer trinken „Pints“, das ist ein bisschen mehr als ein halber Liter. Ein Pint kostet hier allerdings £3,80 , also ca. 4 €. Viel feiern gehen ist also nicht drin hier. Nach 2 Pints zogen wir weiter. Das nächste Pub war das „Taylor Walker“. Hier wird schon seit 1730 Bier ausgeschenkt, also auch wieder ein traditionelles Pub. Leider gab es hier keinen Fernseher, also bekam ich von dem Länderspiel, das an diesem Abend war, nichts mit. Hätte mich aber schon interessiert, wie die Engländer hier Fußball schauen und ihre Nationalhymne singen. Um 22:30 Uhr verabschiedeten wir uns dann vom Londoner Nachtleben, wir mussten ja noch nach Hause kommen. Hat allerdings auch gereicht, wir waren ja schon seit 17 Uhr unterwegs.
So viel erst mal zu meiner ersten Woche in der Arbeitswelt von London.

Hyde Park

Sonntags war wieder super Wetter, ich muss sagen, die ersten beiden Wochen in England hatte ich echt Glück mit dem Wetter. Habe noch keinen einzigen Tropfen abbekommen, und kalt ist es auch nicht. Für mich hieß es sonntags dann, ab in den Hyde Park. Der Hyde Park ist die grüne Lunge Londons. Eine riesige Parkanlage, die durch einen See getrennt wird, einfach super um spazieren zu gehen, irgendwo zu sitzen oder Sport zu machen. Hier hat man ruhigere Ecken mit Bänken, auf denen man sich ausruhen und nachdenken kann, aber auch breite Wege zum skaten oder Rad fahren. Es gibt sogar extra Sand-Wege für Reiter. Man kann sich hier auch Fahrräder ausleihen, scheint sehr beliebt zu sein. Leider kommt jetzt ja die kalte Jahreszeit, also muss ich aufs Rad fahren leider verzichten, bin aber ja eh nicht so der Biker haha.
An diesem Tag waren hier sehr viele Skater unterwegs. Sie hatten einen Parcours aus kleinen Bechern aufgebaut und fuhren hier Slalom mit einigen Tricks. War echt klasse die Vorstellung. Die heimlichen Stars im Hyde Park sind aber ohne Zweifel die Eichhörnchen, die dort leben. Sie sind so zahm und frech, dass sie Touristen Nüsse und Körner aus der Hand klauen. Heute waren sie damit beschäftigt, ihre Nüsse zu vergraben. Ich hab mir dann nur gedacht, die findet ihr eh nie wieder, esst sie lieber gleich, aber naja, müssen die wissen. Ich hab mich dann auf einen Bank gesetzt, das Wetter und London genossen und den Eichhörnchen beim buddeln zu geschaut.

Abends waren wir wieder was trinken, uns verschlug es wieder ins „Dickens Inn“ am St. Katherines Dock. Die Heimfahrt traten wir dieses Mal allerdings mit einem Bus an. Diese Busfahrt war ein echtes Abenteuer, mir kam es vor, als seien riesige Krater in den Straßen. Nach einer holprigen Busfahrt sind wir aber doch wieder gut zu Hause angekommen.

London, Underground, Turnpike Lane

Jetzt habe ich auch endlich mal Zeit, etwas über meine bisherigen Eindrücke von London zu schreiben. In meinen Augen ist London eine ziemlich aufgeregte und hektische Stadt. Das Schritttempo ist einfach viel schneller als in Deutschland, jeder scheint es irgendwie eilig zu haben. Hier ist auch immer etwas los, die Straßen so gut wie immer voll. Ampeln werden gekonnt ignoriert, das gleiche machen die Autos dann aber auch mit Fußgängern, also Vorsicht!!! In der U-Bahn ist immer ein Gedrücke und Geschiebe, die Leute stehen sich auf den Füßen.
Das Londoner U-Bahn-Netzwerk ist das beliebteste Transportmittel in London. Außerdem kann man hier noch mit Bussen oder Taxen (Cabs) fahren, oder, auch sehr beliebt, man nimmt das Fahrrad. Täglich benutzen ca. 3 Millionen Menschen die Underground oder „Tube“ (Röhre), wie sie auch heißt. Ganz London ist mit der Tube zu erreichen, es gibt 11 Linien mit 260 Stationen, insgesamt 402 km U-Bahn-Strecke. Die Züge fahren alle 2 Minuten, also muss man eigentlich nicht warten. Allerdings sind die meisten Züge morgens und abends immer so voll, dass man gar nicht hinein kommt. Dann muss man halt warten, und hoffen, dass im nächsten Zug eine kleine Lücke ist. Die Underground erreicht man über Rolltreppen. Aber hier stellt man sich auch nicht einfach nur drauf, wäre ja zu einfach. Auf der rechten Seite der Rolltreppe steht man, auf der linken ist Platz für die Leute, die es besonders eilig haben. Die rennen dann die Rolltreppe hoch. Um rein und raus zu kommen, muss man einfach sein Ticket auf einen Sensor halten, dann öffnet sich der Durchgang.
Die Station, an der ich wohne, heißt Turnpike Lane. Das liegt im Norden von London auf der Piccadilly Line. Die Gegend hier ist echt super, ich fühle mich richtig wohl. Direkt an der Station ist so etwas wie eine Mini-Oxford Street, mit Supermärkten (Tesco, Sainsbury’s, Lidl) und anderen Läden, wie einem Topshop oder Primark. Also auch hier kann man shoppen gehen. Ich wohne in einer typisch englischen Straße, alle Häuser sehen gleich aus und stehen in einer Reihe. Der Klassiker. Die Wohnung ist echt groß, ich wohne hier mit 2 anderen zusammen. Natürlich hat jeder sein eigenes Zimmer, 2 Aufenthaltsräume, davon einer mit TV und DVD-Player, eine kleine Einbauküche, Bad mit Badewanne und natürlich das WC. Wir wohnen hier auf 2 Stockwerken, mein Zimmer ist oben. Es ist zwar nicht besonders riesig, aber man kann es sich hier schon gemütlich machen. Alles in allem muss ich echt sagen, Glück gehabt bei der Wohnungssuche!

Docklands-Tour

In meiner zweiten Arbeitswoche durfte ich mit einigen PDP-Studenten an einer speziellen London-Führung teilnehmen. Es ging in die Docklands, Canary Wharf und nach Greenwich.
Los ging es aber am St. Katherines Dock. Schön das auch mal bei Tageslicht zu sehen, ist genau so toll wie abends. Gehört jetzt schon zu meinen absoluten Lieblingsplätzen in London. Wir liefen an der Themse entlang und hielten immer wieder an den verschiedenen Docks an. Mit der DLR (Docklands Light Railway) ging es dann weiter nach Canary Wharf. Diese Linie wurde extra hierfür gebaut, um die ganzen Banker und andere Leute hierher zu befördern. Dieses Gebiet ist in den letzten Jahren ziemlich gewachsen und hat einen richtigen Boom erlebt. Canary Wharf ist ein Bürogebäudekomplex etwas außerhalb von London. Hier stehen allerdings die drei höchsten Gebäude von London, sogar das größte von Großbritannien. Auch beheimatet waren hier die Pleitegeier von der Lehmann Brothers Bank, ihr Gebäude ist aber komplett leer, nur vereinzelt brannte Licht in einigen Zimmern. Hier ist ebenfalls der Hauptsitz der Barclay’s Bank und einigen anderen großen Unternehmen.
Durch einen Fußgängertunnel ging es dann unter (!!!) der Themse durch bis nach Greenwich. Eine wunderschöne Gegend, mit dem Greenwich Park absolut sehenswert. Im Greenwich Park, einem der königlichen Parks von London, befindet sich auf einem Hügel das Royal Greenwich Observatory. Von hier aus hat man nicht nur eine perfekt Aussicht auf London, sondern hier liegt auch der Nullmeridian, also sozusagen der Anfang der Längengrade.
Nach dieser wirklich interessanten Tour haben wir dann noch in einer Nudel-Bar gegessen, hier war ich vor 2 Jahren auch schon nach dieser Tour. Scheint ein Geheimtipp von den College-Lehrern zu sein.

Sonntag, 2. Oktober 2011

London @ Night & Camden

Das erste Wochenende in London stand an. Den Samstagmittag verbrachte ich mit Fußball. Merseyside-Derby, Everton gegen Liverpool. Hatte im Internet nen super Stream gefunden, also Spiel geschaut und gefreut, dass Liverpool das Derby für sich entscheiden konnte. Danach war dann die Bundesliga dran.
Abends war ich dann mit meinen Mitbewohnerinnen verabredet. Sie hatten mir einen Zettel hingelegt, den ich leider zu spät gefunden habe. Also ganz schnell fertig gemacht, raus aus dem Haus und Richtung Tower Hill gefahren. Am Wochenende wird im Underground leider immer gebaut, so kommt es, dass oft einige Strecken nicht befahren werden. Habe ich auch zu spät gerafft, also für eine Strecke, die man locker in 40 Minuten schafft die doppelte Zeit gebraucht. Die Mädls haben schon gar nicht mehr mit mir gerechnet, aber schließlich war ich dann doch noch da. Die ganze Fahrt hatte ich mich schon auf mein erstes Bier auf englischem Boden gefreut.
Die Mädls saßen in einem Pub am St. Katherines Dock. Das St. Katherines Dock liegt direkt neben der Tower Bridge, und wie der Name schon sagt, war es ein Teil des früheren Londoner Hafens. Heute liegen dort Jachten inmitten eines großen Wohnkomplexes. Die Docklands, wie die Gegend auch heißt, sind ebenfalls ein beliebter Büro- und Geschäftsstandort. Bars und Pubs sind am Pier gelegen und es bietet sich an, dort zu sitzen und auf die Jachten zu schauen.
Voller Vorfreude öffnete ich also die Getränkekarte um mir mein Bier auszusuchen. Was mir auffiel: die Karte war komplett auf französisch. Blöd. Okay, der Name des Pubs war „Café Rouge“. Hätte man ahnen können. Naja, mal geschaut was sich nach gutem Bier anhört. Ich hatte echt keine Ahnung was ich bestellte, aber ein Wheat Beer (englische Beschreibung) hörte sich doch gar nicht so schlecht an. Wars dann am Ende leider doch. Mein Bier wurde in einer Flasche mit Glas serviert. Im Glas befand sich eine Orangen-Scheibe. Der Kellner nahm die Flasche, schenkte einen kleinen Schluck in das Glas ein, stellte die Flasche neben das Glas und ging wieder. Meine Frage, was mit dem Rest ist, verkniff ich mir dann. Vielleicht schmeckt es ja doch. Das Bier war dann eine Mischung aus Weizenbier und Orangen-Irgendwas-Getränk. Hat nicht geschmeckt!!!
Vergessen wir das erste Bier auf englischem Boden!!! Wir haben dann bezahlt und sind weiter gegangen. Im „Dickens Inn“, einem alten Brauhaus aus dem 18. Jahrhundert hatte ich erneut Hoffnung auf ein Bier. Bestellt wurde an der Bar. Sieht schon mal gut aus. Biersorte gewählt: Heineken. Heute keine Experimente mehr. Ich bekam dann auch mein Pint, so heißt hier der halbe Liter Bier, leider aber auf die englische Art. Ohne Schaum. Sah ein bisschen nach dickem Apfel-Schorle aus. Geschmeckt hat es trotzdem, mein zweites englisches Bier also ein Erfolg. Um 21:45 Uhr wurde der Biergarten dann geschlossen. Wir mussten also ins Pub rein. Im Innern sah es auch ziemlich gemütlich aus, hier hätte man durchaus was starten können. Leider war Wochenende, die Tubes fahren nicht sehr gut, und um 0 Uhr macht hier eh alles dicht. Also beschlossen wir um ca. 22:30 Uhr uns auf den Heimweg zu machen. Eine Zeit in der man daheim erst aus dem Haus geht, wir gingen schon wieder. Von der Stimmung her waren wir auch grad an dem Punkt angelangt, an dem es anfing lustig zu werden. Beim nächsten Mal gehen wir einfach früher los, dann machts auch nichts, wenn wir früh heim müssen. Die Engländer sitzen ab 17 Uhr im Pub und trinken ihr Bier, die waren dann um 22 Uhr auch voll wie 10 Russen. Sind einige ordentlich geschwankt.
Auf dem Heimweg mussten wir dann an den Jachten vorbei, die ich vorhin schon erwähnt habe. Auf einer fand eine Party statt, sah alles ziemlich pompös aus, da hätte ich gern mal noch vorbei geschaut. Die Heimfahrt war dann wieder ziemlich nervig, 4 mal umsteigen, hat alles gedauert, aber gut angekommen sind wir dann doch.

Camden

Mein Plan für den Sonntag stand auch schon fest, mein Ziel war Camden Town. Dort gibt es den berühmten Camden Market. Hier gibt es alles zu kaufen, was man sich nur vorstellen kann. Essen aus allen Ländern der Welt, Kleider, Schmuck, Schuhe, man kann sich Tattoos stechen lassen, sich piercen lassen oder Dekoartikel kaufen. Es sieht alles ein bisschen aus wie auf einem Markt mitten in Bangladesh. Ich war zwar noch nie auf einem solchen Markt, aber so stell ich es mir vor. Die Stände direkt nebeneinander, von jedem kommt eine andere Musik, die Verkäufer scheinen alle ziemlich einen Knall zu haben, zumindest sehen sie so aus. Im positiven Sinne natürlich.
Die Essenstände sehen auch ziemlich abenteuerlich aus. Asiaten, Inder, Araber, Italiener – ein Stand neben dem anderen. Die Leute hinter den Theken winken den Passanten zu, rufen sie her um ihnen ihr Essen anzudrehen. Überall bekommt man Gabeln unter die Nase gehalten, man solle doch mal probieren. Gar nicht so einfach, hier etwas zu essen zu finden. Eine Asiatin hatte es geschafft, Augenkontakt mit mir herzustellen. Wie sie mir zuzwinkerte, schien es nicht so als wolle sie Hähnchen süß-sauer verkaufen. Ich hab die Arme dann aber doch abblitzen lassen. Katharina, meine Mitbewohnerin und ich entschieden uns dann für was Indisches. Pizza kann man überall essen, sind ja nicht zum Spaß hier. Nur was essen wir? An dem Stand hat man überhaupt keine Ruhe, die Verkäufer gehen einem so auf den Sack, da will man eigentlich gar nichts mehr kaufen. Naja, Entscheidung gefällt, eine große Portion Chicken Curry sollte es sein. War auch so ziemlich das einzige, das ich aussprechen konnte. Sah nicht unbedingt gut aus, serviert wurde in einer Alu-Schale, dafür hat es aber ganz gut geschmeckt. Weiter gings dann durch Camden, vorbei an Ständen mit Brautkleider, direkt daneben hätte man sich komplett für die nächste Gothic-Raver-Party einkleiden können. Von Perücken, Springerstiefeln, Handys, Accessoires für das Handy, Schmuck bis zu Piercing- und Tattoo Studios gab es hier echt alles. Mitten in der Menschenmenge stand ein kleines Zelt, in dem ein DJ auflegte. Einfach nur brutal, ein anderes Wort fällt mir da echt nicht ein. Muss man gesehen haben.
Die Leute, die durch Camden spazieren (mal abgesehen von den ganzen Touris) sehen alle ziemlich verrückt aus. Punks, Skater, Gothics, Raver und undefinierbare Gestalten laufen hier über die Straßen. Das ist mir aber in London allgemein schon aufgefallen: egal wie scheiße man aussieht, an der nächsten Ecke steht einer, der sieht noch dümmer aus. Nicht übertrieben, manche greifen wohl morgens einfach 3 mal in ihren Schrank und ziehen dann das an, was sie rausgeholt haben. Auch gut, muss man sich schon keine Gedanken über den eigenen Style machen, und komisch angeguckt wird man hier eh nicht.

Im nächsten Post kommen dann hoffentlich ein paar Zeilen über London allgemein und meine bisherigen Erfahrungen. Was Fotos angeht, ist das hier im Blog ziemlich stressig, wer welche sehen möchte, in den nächsten Tagen lad ich einfach mal welche auf meinem Facebook-Profil hoch.